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20.08.2017, 10:13 Uhr

CDU-Besuch: Countdown für Lauterbach als Hochschulstandort läuft – Ehemaliges Amtsgericht wird Bildungsstätte für Wirtschaftswissenschaftler und Ingenieure im Projekt-Kompetenz-Studium

LAUTERBACH. Im September will die Business School of Management and Technology Lauterbach ihre Arbeit aufnehmen. Die Kreisstadt wird zum Hochschulstandort. Über den Stand der Bauarbeiten informierte sich jetzt die Stadtverordnetenfraktion der Lauterbacher CDU im Gebäude des früheren Amtsgerichts in der Königsberger Straße. Investor Norbert Jäger, der zusammen mit dem Chef des Architekturbüros Neuraum, Stephan Mölig, die Führung durch das neue Hochschulgebäude übernommen hatte, war überrascht vom großen Interesse der Christdemokraten an diesem Baustellenrundgang. Fraktionsvorsitzender Felix Wohlfahrt hatte nicht nur den Großteil der Lauterbacher CDU-Stadtverordneten mitgebracht, sondern auch den Landtagsabgeordneten Kurt Wiegel, den CDU-Kreisvorsitzenden Dr. Jens Mischak sowie die Magistratsvertreter mit Bürgermeister Rainer-Hans Vollmöller und Erstem Stadtrat Lothar Pietsch an der Spitze.

Früher Amtsgerichtssaal mit Anklagebank, bald Hörsaal der privaten Hochschule in Lauterbach: CDU-Fraktion mit Vorsitzendem Felix Wohlfahrt (4.v.r.) besuchte die Baustelle mit Investor Norbert Jäger (7.v.l.)
Stephan Mölig ist erster Vorsitzender des „Fördervereins Bildung, Wissenschaft und Forschung im Vogelsbergkreis“, der sich die Förderung junger Fach- und Führungskräfte in der Region zum Ziel gesetzt hat. Vor zwei Jahren sei die Idee geboren worden, in Zusammenarbeit mit der privaten Steinbeis University Berlin im Vogelsbergkreis ein Studienzentrum zu errichten, ebenso lange dauerte die Planungs- und Projektierungszeit. Im Januar 2017 haben die im Umbauarbeiten im leerstehenden ehemaligen Amtsgericht begonnen. Da habe er sich schon in vielen Bereichen einen zügigeren Ablauf gewünscht, bekannte Norbert Jäger. Noch ist das Gebäude verpackt wie ein Kunstwerk von Christo. Im Innern sind noch die Kabelstränge sichtbar, die schnell hinter ansprechender Verkleidung verschwinden. Der ansprechende Fußbodenbelag erfüllt die optischen wie auch die funktionalen Ansprüche und ist ein Teil, der dem Gebäude einen hochwertigen Eindruck vermittelt. Die Räume erhalten Fußbodenheizung und einen Luftaustausch mit Wärmerückgewinnung. Besonderen Wert hat Jäger auf eine gute Akustik gelegt, damit die Studenten hier konzentriert arbeiten können. Modernste Technik ist bei den hohen Ansprüchen des Investors schon eine Selbstverständlichkeit, für die nach Fertigstellung sichtbare Architektur verspricht er darüber hinaus eine Ausstattung, „die Menschen anregt und nicht langweilig ist“. Jäger legt auch Wert auf sparsamen Umgang mit Energieressourcen. „Das ist im Moment richtig teuer“, bekennt er, die Nutzer profitierten davon aber viele Jahre. Und in den oberen Etagen habe man „den schönsten Blick auf Lauterbach“. Im Erdgeschoss werden vom Eingang her mehrere Seminarräume erreicht, darüber dann Büroetagen, die zum Teil auch vermietet werden sollen. Der Hörsaal – im vormaligen Gerichtssaal – kann auch als attraktiver Veranstaltungsraum dienen, indem zum Beispiel auch Konzerte für bis zu 180 Zuhörer stattfinden können. Anfragen für eine mögliche Saalnutzung auch Dritter sind an den Förderverein (Stephan Mölig) zu richten. In den obersten Etagen des aufgestockten Gebäudes sind drei von vier Wohnungen bereits vermietet. Nun gelte es weiter die Werbetrommel für das Projekt Kompetenz Studium von Steinbeis mit praktischen Phasen in Firmen und Theorie in der Hochschule in Lauterbach zu rühren. Die Kapazität des früheren Amtsgerichts reicht für rund 300 Studierende, die allerdings nur wochenweise für ihren jeweiligen Studienblock das Hochschulgebäude in Lauterbach nutzen werden. Studienteile können auch an anderen Standorten und auch bei Partnern im Ausland absolviert werden. Gleichzeitig sollen sich in der Vogelsberg-Kreisstadt etwa 30 Studierende pro Semester auf ihr Berufsleben vorbereiten, über den Zeitverlauf und bei 6 Semestern soll das Hochschulgebäude das ganze Jahr über belegt sein. Während in der frühen Konzeptionsphase die Verpackungsindustrie noch als besonderer Schwerpunkt der angebotenen Studiengänge angesehen wurde, stehen jetzt auch allgemeine betriebswirtschaftliche Abschlüsse im Fokus. Das „Projekt-Kompetenz-Studium“ soll zum Markenzeichen für den Vogelsbergkreis werden, unterstrich Norbert Jäger. CDU-Fraktionschef Felix Wohlfahrt betonte die inhaltliche Bedeutung der neuen Einrichtung, die “Lauterbach zum kleinen, aber feinen Hochschulstandort“ mache und darüber hinaus das ehemalige Amtsgerichtsgebäude stadtbildprägend einer höchst sinnvollen Verwendung zuführe. Nähere Informationen über das Studium gibt es unter www.vogelsbergstudium.de