Dr. Mischak: „Landwirte brauchen pragmatische Lösungen und Rückhalt in der Bevölkerung, aber keine Bevormundung oder Misstrauen“
Betriebsinhaber Patrick Fölsing nannte Zahlen zum Betrieb. Er habe den Betrieb von seinem Vater übernommen, sei verheiratet und zweifacher Familienvater. Im Jahre 2013 habe die Familie den Entschluss gefasst, einen neuen Liegeboxenlaufstall für 85 Kühe zu bauen. Mittlerweile sei der Stall noch für die Jungviehaufzucht erweitert worden. Die Betriebsfläche und der Viehbestand seien in den letzten Jahren kontinuierlich gewachsen. So bearbeite die Familie momentan 165 ha Dauergrünland und 105 ha Ackerfläche. Der Viehbestand betrage 120 Milchkühe, 120 weibliche Nachzuchtrinder, einen Zuchtbullen und 50 Stück männliches Mastvieh. Gemolken würden die Kühe in einem Doppel10er Fischgrätenmelkstand. Die im Jahre 2015 installierte 100 KW Photovoltaikanlage auf dem Dach des Stalles liefere dabei den Strom für die Energieversorgung.
„Man merkt Patrick Fölsing – wie vielen seiner Berufskollegen – an, dass er Landwirt aus Leidenschaft ist. Das Arbeitspensum lässt sich aber nur bewältigen, weil alle Familienmitglieder bei der Hofarbeit mithelfen“, lobte Jens Mischak die Arbeit der Familie, womit er deutlich machte, dass sowohl Vater Otto und Mutter Christel als auch Ehefrau Karina Fölsing in die Arbeit eingebunden sind, ein echter Familienbetrieb eben.
Beim Rundgang zur Sprache kamen auch Auflagen zum Brandschutz (Löschwasserversorgung, Blitzschutz etc.), die Stallbauten zum Teil erheblich verteuerten, wie Familie Fölsing, aber auch der planende Architekt Karl Ganß aus Stockhausen verdeutlichten. Dr. Mischak zeigte Verständnis für die ihm bekannte Situation und bot an, dass man auch weiterhin nach pragmatischen Lösungen suchen müsse, die die Belange des Brandschutzes auf der einen Seite und wirtschaftliche Erwägungen auf der anderen Seite angemessen berücksichtigten. „Das Thema Brandschutz ist nur eines von vielen, das die Landwirte beschäftigt. Ständig neue Auflagen und mehr oder weniger gut gemeinte Ratschläge von allen Seiten, belasten die hervorragende Arbeit unserer Bauern in der Region. Diese müssen einfach verlässliche Rahmenbedingungen haben und von ihrer Hände Arbeit leben können. Bevormundung und Misstrauen sind da fehl am Platze“, fasste Mischak die Haltung und die Stimmung vieler Landwirte zusammen, mit denen er zusammentreffe. „Wir unterstützen im Amt für den ländlichen Raum die Landwirte nach besten Kräften; dies tun wir egal, ob ökologisch oder konventionell erzeugt wird. Beides muss seinen Platz haben im Vogelsbergkreis behalten“, so Mischak abschließend.